Ob als Sound-Logo bei Markenkampagnen, als Hintergrund-Musik imVerkaufsladen oder als Wartschleifen-Song am Telefon: Auditive Elemente tragen wesentlich zum Imageaufbau und zur Wiedererkennung einer Marke, eines Unternehmen oder einer Person bei. Charakteristische Musik schafft neben Assoziationen und Stimmungsmanipulation vor allem auch Aufmerksamkeit: „Innerhalb weniger Sekunden können durch Musik und Klänge nicht nur Emotionen geweckt und Erwartungsschemata aktiviert werden, sondern auch Marken inszeniert und Markenwelten abgerufen werden“ schreiben die Buchautoren P. Langeslag und W. Hirsch schon 2004 zu Acoustic Branding.
John Groves, Gründer von Groves Sound Branding und international anerkannten Experten für akustische Markenauftritte, hat bereits viele Markenklänge entwickelt. In einer fünfteiligen Videoclip-Serie spricht er über Audio Branding. Hier Teil eins, die restlichen Teile sind zu sehen auf:Brand Sounds Channel
Ein Pluspunkt für den Einsatz von Musik im Marketing oder Verkauf: Das Gehör kann – zumindest physisch – nicht abgeschaltet werden und der Mensch nimmt damit akustische Signale selbst bei ungerichteter Aufmerksamkeit (unbewusst) wahr. Stimmung, Emotionen und Handeln können bei dosiertem Einsatz unterschwellig beeinflusst werden, ohne den Kunden mit Dauerbeschallung zu nerven.
Einige Tipps für den Einsatz von auditiven Elementen:
Melodik erzeugt Aufmerksamkeit und Sympathie. Deshalb sollte eine Melodie stets freundlich und leicht einprägsam sein. Kurze Melodien mit geringem Tonumfang und kleinen Intervallen sind am besten.
Harmonik wirkt sich vor allem auf die Gefühlslage der Rezipienten aus. Dur-Tonarten beeinflussen die Kaufintention positiver als Moll-Tonarten, weil Dur generell fröhlicher und beschwingter wirkt.
Der Zuhörer hat ein natürliches Bedürfnis nach Zusammenklang. Eine gezielte Dissonanz (Missklang) kann Spannung und Aufmerksamkeit erzeugen.
Literatur-Tipp: Acoustic Branding – Neue Wege für Musik in der Markenkommunikation, in: Jahrbuch Marekentechnik 2004/2005 :: Bei Amazon anschauen
Nadia Zaboura berichtete am 8. März auf ihrer Website „Das empathische Gehirn“ von einer neuen Studie der Northwestern University, die belegt: Musiker sind Gefühlsexperten.
Die Autorin der Studie (Dana Strait) fand heraus, dass musikalisches Gefühl dabei hilft, emotionale Schwinungen bei seinem Gegenüber herauszuhören. Die Forscher beobachteten die Hirnaktivität der Probanden, während diese emotionalen Klängen lauschten und stellten fest: Musikalisch Geschulte reagieren auf komplexe Liedabschnitte, die wichtige Informationen wie etwa Emotionen transportieren, stärker als auf einfache, wiederkehrende Teile. Die Hirnaktivität unmusikalischer Menschen dagegen ist genau umgekehrt.
Mehr über die Studie und die Ergebnisse gibt es hier:
Das wird Kreative und Werbeagenturen freuen: Es gibt wieder einen Weg mehr, sich in die Köpfe der Konsumenten zu brennen – nämlich mit Holz. Genauer gesagt mit MicroWOOD, hauchdünne Furniere, die sich wie Papier bedrucken lassen und sich trotzdem wie Holz anfühlen und so aussehen. Auch stanzen, prägen, lasern und gravieren ist kein Problem.
Exklusiver Vertriebspartner dieses außergewöhnlichen Materials ist die Münchner Papieragentur König & Lerch. Sechs Holzarten stehen zur Auswahl: Ahorn, Buche, Kirsche, Mansonia, Nussbaum und Zeder. Jeder Bogen MicroWOOD ist ein Unikat: Er zeigt die individuelle Farbgebung des Holzes, seine Jahresringe und somit die Bedingungen seines Wachstums.
Sogar bei den Schriftarten findet sich haptische Ausführung:
Kommunikationsdesigner Henning Skibbe hat eine seiner Schriften „Haptic“ benannt. Auf seiner Website schreibt er über die Schrift: „Durch ihre vielseitigen Charaktereigenschaften bekommt die Haptic visuelle Wärme und Sympathie, verliert aber gleichzeitig nicht an Lesbarkeit.“
Das Wort Synästhesie selbst lässt schon auf die Gabe schließen: Synästhesie wird aus den griechischen Wörtern „syn“ (zusammen) und „aisthanesthai“ (wahrnehmen) hergeleitet und beschreibt das Phänomen, dass Eindrücke von einer Sinnesmodalität auf eine andere überspringen und somit ein Reiz zwei oder mehr Empfindungen auslösen kann.
Etwas weniger wissenschaftlich: Synästhetiker koppeln zum Beispiel automatisch Töne mit Farben (Farbenhören). So assoziiert ein Betroffener etwa einen Trompetenton mit der Farbe Rot. Ein anderer berichtet, er können ein durchgegartes Hähnchen in seinem Backofen daran erkennen, dass es für ihn dann quadratisch wirkt.
Viele Synästhetiker empfinden ihre Fähigkeit nicht etwa als Krankheit, sondern als Bereicherung. Oft fällt ihn erst nach vielen Jahren auf, dass sie eine andere Wahrnehmung als der normale Mensch haben. 80 % aller Synästhetiker sind Frauen, die meisten Linkshänder. Synästhesie ist angeboren, ihre Ursache liegt bisher aber noch im Dunkeln.
Auf der Website von 3sat daVinci gibt es einen ausführlichen Beitrag zum Thema Synästhesie:
80 % der Informationen, die täglich auf uns einprasseln, verarbeiten die Augen. Dabei hat das Auge gerade einmal einen Durchmesser von 2,3 cm und wiegt schlanke 7,5 Gramm – eine ganz schön große Leistung für so ein kleines Organ.
Die 3sat-Sendung daVinci beschäftigt sich mit der Faszination Mensch. Es gibt eine sehr ausführliche Info-Seite mit vielen Videos dazu, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Hier geht es um das menschliche Auge:
Auf der Cebit 2009 wurde er vorgestellt: Der berühmt berüchtigte Rubikwürfel in einer haptischen Touch-Version.
Rubiks TouchCube
Die Reporter von cnet.de schreiben dazu folgendes:
Der Rubikwürfel ist der Inbegriff des mechanischen Rätsels. Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl von Varianten: sieben mal sieben Farbflächen pro Seite, in Dodekaeder-Form oder komplett rund. Elektronik hat es bis jetzt nicht in die Welt der Zauberwürfel geschafft. Bis zu dieser CeBIT, denn hier zeigt Joker den Rubik’s Touch Cube. Statt raffinierter Mechanik besitzt dieser sechs Touchscreen-Displays. Ein Wisch über einen der berührungsemfpindlichen Bildschirme verdreht die virtuellen Seiten.
Auch die Kindersendung “W wie Wissen” im Ersten beschäftigt sich mit den fünf menschlichen Sinnen. Einfach und verständlich aufgebaut und für Kinder spannend. Hier der Link in die Mediathek:
Das Morgenmagazin des Fernsehsenders DasErste berichtete in einer Sendereihe über die fünf Sinne. Anschauen kann man sich die fünf Folgen (je zwei Teile) in der Mediathek des TV-Kanals. Im Suchfeld einfach “Fünf Sinne” eintragen und suchen lassen. Hier ein Teil zum Tastsinn: